Boyce Avenue – 07.03.2016 – Palladium, Köln

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Boyce Avenue sind längst kein Geheimtipp mehr und auch in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Die drei Brüder Daniel, Alejandro und Fabian Manzano schafften es mit Veröffentlichungen von starken Cover-Versionen großer Hits weltweit eine große Fanbase zu erspielen. Bereits seit 2009 touren die Musiker regelmäßig durch die Welt, nicht selten durch ausverkaufte Hallen. In Köln steht an diesem Abend der Nachholtermin für die verschobene Tournee aus dem letzten Herbst an. Ausverkauft? Heute leider Fehlanzeige. Die Empore des Palladiums ist geschlossen und der Zuschauerraum nur bis zum Mischpult locker gefüllt. Gekuschelt wird nur in den ersten Reihen, um den Jungs aus Floria ganz nah zu kommen.

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Andreas Moe Foto: Steffie WunderlDoch zunächst gehört Andreas Moe die Bühne. Der Schwede verzaubert die Fans allein mit Gitarre, Bassdrum, Schellenkranz und seiner Stimme. Seine Songs sind wirklich gut und er sorgt damit für die positive Überraschung des Abends. Manko ist lediglich der anhaltende Unterhaltungspegel im Publikum, der sich vor allem bei Konzerten des Genres inzwischen so einzubürgern scheint. Warum sich die Zuschauer so respektlos gegenüber zumeist jungen Künstlern verhalten, bleibt der Autorin ein Rätsel. Das macht auch zustimmender Applaus zum Ende des Sets von Andreas Moe nicht ganz wieder gut. Schade, denn das Talent dieses Künstlers hätte definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Danach folgt eine schier unendliche Umbaupause von 45 Minuten. Warum die Bühne so lang leer bleibt, wird wahrscheinlich ebenso ein Rätsel bleiben wie die Verschiebung des Meet & Greets. Als endlich das Saallicht erlischt und die ersten Töne von „I’ll Be The One“ erklingen ist vor allem in den ersten Reihen kein Halten mehr. Schnell werden Handys nach oben gerissen, um keine Sekunde zu verpassen und der Kreischalarm ist hoch.

Boyce Avenue Foto: Steffie WunderlAlejandro steht gewohnt im Mittelpunkt – und auch als einziger gut sichtbar im Licht. Daniel und Fabian sowie die zusätzlichen Live-Musiker verschwinden im bunten Farbnebel. Und auch der Sound lässt zu wünschen übrig. So klingen die Songs statt wie in den Aufnahmen rund und mit Tiefe schlichtweg flach. Das ist alles andere als vorteilhaft für Alejandros Gesang, der leider einmal zu oft knapp neben dem richtigen Ton liegt. Seinem Charme scheinen leider auch nur die ersten Reihen zu erliegen, die mit voller Inbrunst dabei sind. Dahinter bricht die Stimmung in der Halle eher ab und minimiert sich auf das ein oder andere Mitnicken.

Den Tiefpunkt erreicht die Show mit dem Cover von Adeles „Hello“. Die Aufforderung an das Publikum diesen Song mit ihm zu singen – was das Publikum dann tatsächlich auch bis in die letzten Reihen tut – macht das Ganze nicht besser. Es gibt einfach Songs, die im Original belassen werden sollten.

So hinterlässt der Abend einen bitteren Nachgeschmack. Zahlreiche Videos sowohl von Studioaufnahmen wie von Liveauftritten zeigen eigentlich, dass Boyce Avenue es viel besser können. Und dass Alejandros Stimme einen gewissen Zauber, Charme und Tiefe hat. In Köln sucht man vieles davon im Palladium leider vergeblich. Wirklich schade!

Setlist:
1. I’ll Be The One
2. Oasis Medley (Morning Glory / Wonderwall)
3. Imperfect Me
4. One Life
5. Everlong (Foo Fighters Cover)
6. Cinderella
7. Love Me Like You Do (Ellie Goulding Cover) / Thinking Out Loud (Ed Sheeran Cover)
8. Find Me
9. Stitches (Shawn Mendes Cover)
10. Every Breath
11. Use Somebody (Kings Of Leon Cover)
12. PYBUA (New song)
13. Your Biggest Fan
14. Fast Car (Tracy Chapman Cover)
15. Be Somebody
16. Hello (Adele Cover)
17. When The Lights Die

Zugabe
18. On My Way
19. Iris (Goo Goo Dolls Cover)
20. Anchor

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